Paradox Grand Strategy (war Europa Universalis IV)

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Cov
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Paradox Grand Strategy (war Europa Universalis IV)

Post by Cov » Sat Aug 17, 2013 11:36 am

Oha. Ich bin gerade begeistert und war die letzten Tage etwas übermüdet auf Arbeit. Nachdem ich Anfang der Woche über ein paar Videos gestolpert bin, habe ich Europa Unversalis 4 zum release gekauft.

Worum gehts?
Der Entwickler nennt das "Grand Strategy" und es gibt eine ganze Reihe ähnlicher Spiele (Crusader Kings 2, Victoria, Hearts of Iron, etc). Man fängt irgendwann in der Geschichte an (in Europa Unversalis frühestens 1444) und spielt einer der Weltkarte die nächsten 380 Jahre als eine Nation auf dem Weg zu Ruhm, Ehre, Macht. Was man sich für ein Ziel setzt ist einem dabei überlassen. Als Frankreich Europa kontrollieren? Als Portugiese die Neue Welt kolonisieren? Als Osmane endlich die Wien-Belagerung hinkriegen? Als Azteke die Kolonisierung überleben? Japan vereinigen und den Pazifik beherrschen? Alles möglich.

Das Ganze ist auf den ersten Blick ein Echtzeitstrategiespiel auf einer Risiko-ähnlichen Karte. Man schiebt Einheiten herum, greift Leute an, übernimmt Provinzen um mehr Einheiten zu bauen, um mehr herumzuschieben, um mehr Provinzen einzunehmen...
Wenn es doch nur so einfach wäre.

Klingt wie Civilization?
Ist es nur in dem Sinne, dass man sich seine eigene Geschichte erschafft. Es gibt Militär, es gibt Diplomatie, es gibt Handel, es gibt Technologien, es gibt nationale Ideen, es gibt Kulturen, es gibt Religion. Es gibt zig Punkte, Währungen, Statistiken, Effekte (+1 hiervon, dafür -10% davon).

Nach drei Abenden und einiger Zeit des Lesens und Videos gucken finde ich mich ganz langsam im Spiel zurecht. Klingt abschreckend (und ist es auch), aber jede einzelne Mechanik ist 'eigentlich' ganz einfach. Aber die sind alle miteinander eng verzahnt. Ist die 4. Iteration des Spiels (bzw. eher die 10+ von den Ablegern vorher). Und viele Zusammenhänge sind durchdacht (und ich finde ständig neue, meistens mit einem "ups, aeh, mist" begleitet, aber man kann nicht jeden Kampf gewinnen, und selbst wenn er ohne Armeen geführt wird).

Was meine ich mit 'eigentlich ganz einfach, aber zusammen komplex'?
Beispiel Militär:
Es gibt nur 3 Landeinheiten Typen (Infantrie, Kavallerie, Artillerie). Einfach. Die muss man Regiment (je 1000 Mann stark) rekrutieren und die sieht man als Zahl auf der Karte (Einfach), die kosten Unterhalt. Man hat ein gewisses Limit (z.b. 25), man kann darüber gehen, aber das kostet extra Geld.
Soweit, so einfach. Es gibt zudem noch 'Manpower', das beschreibt den Pool an Personen die grundsätzlich ins Militär rekrutiert werden können. Bei dem hat man ein gewisses Limit, z.b. 35.000 und das füllt sich jedes Jahr um 10% auf. Doppelt gemoppelt mit den Anzahl der Einheiten? Nein. In Schlachten verliert man nicht automatisch Einheiten (Regimente) sondern Soldaten. Die Einheit kann sich im Normalfall zurückziehen, ist danach aber 'unvollständig' und muss langsam über den manpower-pool nachgefüllt werden (mit 10 Infantrie + 3 Kavallerie sind 13.000 Mann, nach Verlusten (auch als Angreifer) sind es veilleicht nur noch 8000, die restlichen 5000 füllen sich über die Zeit nach, man muss keine neue Regimente ausheben).
Zusammengerührt ergibt das recht komplexe Überlegungen: ich muss ständig überlegen ob ich überhaupt noch Krieg führen kann, ob man nicht auch als Angreifer seinen Feldzug frühzeitig abbricht um die Verluste gering zu halten. (und Krieg führen ist auch diplomatisch nicht so einfach).
Natürlich kann man an den genannten Zahlen immer drehen: mehr Manpower über Gebäude (kosten viel Geld und Bauzeit), durch technischen Fortschritt, durch Ideen.

Wenn man gerne verschiedene Spielmechaniken durchschauen will, Strategie mehr mag als Taktik, und Spass am verlieren hat und trotz Pech mit den Zufallsevent noch das beste herausholen will, sollte einen Blick drauf werfen. (und viel viel Zeit mitbringen)

Es gibt eine Demo bei Steam.
Wer lieber Videos eines quasselndes Kanadiers (?) anguckt:
http://www.youtube.com/watch?v=QGH-Sc1E ... vWS-wUCIVD als 'Timurids' im Nahen Osten.

Ein toller Bericht aus der Beta (im Forum als AAR - After Action Report bezeichnet) gibts hier (gut zu lesen mit ein wenig Erklärung): http://forum.paradoxplaza.com/forum/sho ... a-Beta-AAR beim Versuch das Römische Reich wieder aufleben zu lassen.
(paar Screenshots zu meinem aktuell Spiel poste ich gleich noch) :D
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Re: Europa Universalis IV

Post by Cov » Sat Aug 17, 2013 1:09 pm

Die ersten drei Versuche (der dritte läuft gut) mit EU4.

Erster Versuch (nach dem Tutorial)
Mein erster Versuch war als Hanse, die im Spiel (nicht ganz korrekt) als kleine Nation abgebildet ist. Lübeck, Hamburg und Bremen. Bisschen rumgespielt mit dem Hintergedanke das Tradesystem zu nutzen. Und dann irgendwann realisiert, dass die Regierungsform Anfang im Spiel gar keine Kriegserklärung zulässt. Hmpf. Das kommt wohl über ein Event nach ein paar Jahren. Nagut, war auch nur zum UI angucken. Tutorial ist dringend erforderlich vor dem ersten Mal, aber erklärt doch nicht alles.

zweiter Versuch - Burgundy
Diesmal eine etwas größere Nation die bei der Auswahl eine kleine Schwierigkeit hat. Burgundy. Sitzt zwischen Frankreich im Westen und im Osten das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Die ersten Missionen deuten in die Richtung erstmal das Land zu vereinigen. Man hat einen beeindruckend Herrscher (5/5/5), ein ordentlich Militär. Sah alles gut aus. War es auch, paar kleinere Kriege geführt, ein paar Provinzen eingesammelt. Also 'national decision' ist 'Niederlande ründen'. Dazu braucht man eine handvoll Provinzen und einen gewissen Techlevel. Da wollte ich hin. Also langsam Provinzen angreifen (d.h.: Diplomat hinschicken und Anspruch fälschen, danach Krieg erklären, einmarschieren, belagern, guten Warscore abwarten, Frieden aushandeln). Ich dacht das wäre so einfach. Dummerweise hat die ganzen kleinen Länder immer tollen Allianzen. Im Westen hatte Frankreich viele Länder als Vasallen. Im Osten ist Österreich der Verteidiger der Kleinstaaterei.

Ging aber die ersten 30-40 Jahre ganz gut, so gut, dass ich erst gar keine Screenshots gemacht habe. Dann habe ich einen entscheidende Fehler gemacht und lieber neu angefangen (Ironman Mode): es war lange Zeit halbwegs ruhig, halbwegs Manpower, gutes Techlevel und dann kam eine Kriegserklärung von Frankreich. Kein Problem, dachte ich. Mein Militärtechlevel war kurz vor dem nächsten Upgrade. Sah gut aus. Also mit meinen Armeen noch bisschen rumgezogen. Techlevel gekauft, auf den nächsten Einheitentyp gegangen (die Einheiten werden sofort auf den neuen Typ gehoben ohne nachgebaut zu werden). Angegriffen und 80% meiner Regimente verloren.

Was ich nicht bedachtet hatte: beim Upgrade wird die Moral auf 0 gesetzt. Und Moral sind quasi die Hitpoints der Armeen (erholt sich zwar, aber langsam). Hmpf. Wieder was gelernt.

dritter Versuch
Sachsen angeklickt. Eigentlich wollte ich nur mal reinschauen wie der Heilige Römische Reich von innen funktioniert. Man startet mit 2 Provinzen ist in einer Personal-Union mit Thüringen (bedeutet eine Art sehr enge Allianz). Drumherum alles kleine Staaten, nur Böhmen im Südosten ist etwas größer. Diesmal wollte ich nicht so aggressiv spiele und viel mit Diplomatie machen. Und ich hatte Glück. Mit Anhalt hatte ich gute Beziehungen/Allianz. Die wurden angegriffen, ich bin beigesprungen. Österreich natürlich auch. Im Endeffekt hatte Anhalt eine zweite Provinz, mit beeindrucken Diplomatie-Werten für mich. Da habe ich das mit den Vasallen gelernt. Nach 10 Jahren als Vasall sie dann übernommen. Danach weitere kleine Angriffe und langsam gewachsne.

nach 70 Jahren langsamen Wachstums:
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Man sieht links und Rechts die Protestanten. Die Reformation ist ziemlich nervig. Wobei ich die gut überstanden habe ohne größere Probleme. Meine Nachbarn ging es nicht so gut. Da kann man auch viel besser sich ein paar Ländereien einverleiben. Meine Diplomaten sind schwer beschäftigt und langsame Expansion führt dazu, dass mich die meisten Nachbarn ganz nett finden.

Netter Nebeneffekt die nächsten Jahr: mittlerweile hat man mich zum Kaiser gewählt. Ausserdem bin ich kurz davor "Deutschland" zu gründen (mir fehlt nach Nürnberg, die aber schon Vasallen sind, und in 10 Jahre auch integriert werden). Zwischenzeitlich konnte ich durchsetzen, dass es keine Kriege mehr innerhalb des Heilen Römischen Reichs geben darf. Und weil ich so "gut" durch die Reformation gekommen bin und immernoch katholisch, kontrolliere ich gerade 3 Kardinäle und damit die Kurie.


Aktueller Stand:
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Sachsen gehts gut. Ich werde als nächstes einen Kreuzug gegen die Osmanen ausrufen. Vor allem weil meine Manpower voll ist, ich aktuell die 5. größte Armee habe, leichten Techvorsprung von den Osmanen. Und ich mag mich gerade nicht mit Dänemark oder England anlegen. Ausserdem beschäftigt das meine Nachbarn, bringt mir Autorität als Kaiser und ich will die Vereinigung des HRR weiter vorantreiben. Spanien hat einiges in Südamerika kolonisiert. Von Nordamerika weiss ich noch nichts.


Bislang ist es sehr sehr spassig. Ich bin vermutlich viel zu vorsichtig, dafür bin ich aus alle Konflikten bislang zumindest mit einem weißen Frieden herausgekommen (bedeutet man einigt sich einfach drauf, das nix passiert ist).

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Gefjun
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Re: Europa Universalis IV

Post by Gefjun » Sat Aug 17, 2013 3:08 pm

Man muss nichtmal Italien kontrollieren um Kaiser zu werden? Tzes :D
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Estios
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Re: Europa Universalis IV

Post by Estios » Mon Aug 19, 2013 9:06 am

Das sieht echt aus wie Crusader Kings 2 :-) Da kann man auch vom kleinen Bauern bis zum Kaiser alles spielen.
Das Spiel ist jedenfalls sehr komplex wenn man alles beachten will ...
"There are two opinions in this world. Mine and the wrong one." -- Jeremy Clarkson

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Cov
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Re: Europa Universalis IV

Post by Cov » Mon Aug 19, 2013 10:15 am

Ist auch die gleiche Engine wie Crusader Kings 2. Das hatte ich mir vor Monaten mal in einer Aktion bei Steam gekauft. Und das hat mich damals erschlagen. Meine Nachkommen alle zu kennen, die richtige zu verheiraten, und "nebenbei" noch das Land nicht in den Abgrund zu treiben. Vielleicht muss ich mir das jetzt nochmal ansehen. Es gibt sogar einen Konverter von Crusader-Kings savegames in eine Startaufstellung von Europa Universalis.

EU hat einen anderen Blickwinkel, der Herrscher ist zwar wichtig, man kann ihn aber nur ein wenig beeinflussen (bzw. nur: er stirbt schneller, wenn man ihn als General mit einer Armee in die Schlacht schickt :D). Man spielt ein Land und keine Familie. Gibt immernoch genug zum nachgucken vor Entscheidungen, aber weniger "mit wem verheirate ich jetzt xy" sondern mehr: wie sind die diplomatischen Verknüpfungen meines Gegners, wie kriege ich einen guten Kriegsgrund hin, habe ich die Armeen/Flotten dazu, kann ich mir das mit meiner Stabilität leisten, habe ich genug Verwaltungspunkte um die eroberten Provinzen wirklich zu übernehmen ...


Zu meinem Sachsenspiel, bzw mittlerweile Deutschland gegründet. Weiterhin Kaiser und mittlerweile wird die auch vererbt. Nicht mehr weit bis ich alle Kleinstaaten einverleiben kann. Nur Österreich wird etwas dagegen haben. Wenn ich einen guten Zeitpunkt abpasse, sollte der Krieger aber gut funktionieren.
Im Norden gibt mir der Däne aller paar Jahre widerwillig Provinzen ab, mehr als 2-3 Stück nehme ich aber nicht auf einmal. Würde sonst meine Stabilität gefährden und Unruhen provozieren. Aber immerhin gibt es jetzt Schweden und Norwegen als eigenständige Länder wieder, nach meiner großzügigen finanziellen Unterstützung mögen die mich auch ziemlich gerne :D

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Shareel
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Re: Europa Universalis IV

Post by Shareel » Mon Aug 19, 2013 2:34 pm

Besorg Dir Norwegen. Dort findest Du im 20. Jahrhundert Erdöl und lachst den Rest von Europa aus.
“Das Problem hat, wenn überhaupt, lediglich in der Praxis Relevanz.”

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Cov
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Re: Europa Universalis IV

Post by Cov » Thu Aug 22, 2013 6:55 pm

ich bin immernoch schwer begeistert. gestern abend das holy roman empire vereint. der ganze stiefel ist mein *happs* mittlerweile in personal union mit england (bedeutet dass ich nach 50 jahren die chance habe das zu erben, bzw. dass die keinen thronfolger hatten, mein herrscherhaus vorher eingeheiratet hat und zum fraglichen zeitpunkt das beste ansehen von den mitbewerbern hatte). hooray für das haus wettin.

für heute abend ist von der gamescom ein livestream eines multiplayer spiels mit paradox entwicklern angekündigt:
http://www.twitch.tv/paradoxinteractive

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DeadAdair
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Re: Europa Universalis IV

Post by DeadAdair » Fri Aug 23, 2013 10:31 am

Cov wrote:bedeutet dass ich nach 50 jahren die chance habe das zu erben
Echtzeit?

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Re: Europa Universalis IV

Post by Cov » Fri Aug 23, 2013 10:41 am

DeadAdair wrote:
Cov wrote:bedeutet dass ich nach 50 jahren die chance habe das zu erben
Echtzeit?
Also nix mehr für dich :D

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Re: Europa Universalis IV

Post by Zmokey » Sun Sep 01, 2013 2:29 am

Gekauft. Installiert und geärgert. Weil Steam keine Verbindung zum Keyserver herstellen kann. Ohne Steam gestartet und freudig das Tutorial begonnen. Ich weiss nicht, obs an der deutschen Version liegt, aber das Tutorial ist ... unbrauchbar. Im Spiel selber gibts ...seltsame Screens aus denen ich nicht ganz schlau werde. *siehe unten*
Ich hatte mich dummerweise mit dem Livonischen Orden verbündet ohne zu wissen, das Litauen die Mission hatte denselben zu vernichten. Und wie üblich beginnen die ihren Krieg, während meine tapferen Nachtlakenträger grade in Hinterpommern rumlungern um ein bissl freies Gelände zu erobern... nuja. Neues Spiel, neues Glück.

England spielt sich ganz nett, bis Frankreich auf einmal zig Verbündete auffährt, die mich aus der Normandie vertreiben. Frankreich... Verbündete! ... Ich hab mich erstmal auf die Insel zurückgezogen und Staatsehen mit Schottland, Navarra und Portugal geschlossen. Schauen was das bringen wird. Wobei ich, mit Blick auf Castilien, vermutlich die Finger von der iberischen Halbinsel hätte lassen sollen...
Nach 4 Std. Spielzeit tipp ich mich noch mittelschwer konfus durch die Menüs und suche verzweifelt den "Steuern erhöhen" button.

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Re: Europa Universalis IV

Post by Cov » Sun Sep 01, 2013 7:58 am

Sag Bescheid wenn du dir ein kleines tutorial von mir wünschst.

Steuern erhöhen gibt es nicht. Bzw nur eine "war tax" während des Kriegs (die aber die war exhaustion ziemlich schnell wachsen lässt). Den enizigen Schieberegler den man häufig braucht, ist der ür die Armee Besoldung. In Kriegszeiten auf 10% stellen, bevor man Krieg führt 2-3 Monate vorher auf voll.

Das spart viel Geld. Aber nicht vergessen den hochzustellen, da sonst die Moral der Truppe leidet. Auf 0 stellen ist auch nicht gut aus meiner Erfahrung, weil dann die bestehenden Regimente nicht nachgefüllt werden.

Auswahl der Nation ist ein bisschen Glücksspiel. Einige haben sondern Konditionen am Spielstart. Die teutonic knights liegen bereits im Clinch mit dem Umland (was wohl historisch zu dem Zeitpunkt korrekt ist, hatte ich zufällig im paradox forum gelesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_b ... erg_(1410) )

England startet mit einem völlig unfähigen Herrscher und im 100jährigen Krieg mit Frankreich. Hat Anfangs wohl zwei Möglichkeiten: schnell einen Frieden mit Frankreich aushandeln und ein paar der "Übersee" Provinzen abgeben. Oder trickreich den Krieg gewinnen (was wohl nicht trivial ist). Da gibts im Paradoxforum lange Diskussionen dazu, wie das gehen könnte.

Nicht verzagen, das Spiel ist etwas widerspenstig ;-)

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Re: Europa Universalis IV

Post by Zmokey » Mon Sep 02, 2013 9:38 pm

Einen ganzen Tag lang krieg mit Frankreich geführt. Simples Einheiten bauen und drüber rutschen funzt tatsächlich nicht. Fand ich doch überraschend, das meine 30 Einheiten nicht viel bringen, da man zum einen Erobern muss, was seine Zeit dauert, und einer Reihe Modifikatoren unterliegt, die ich gar nicht beachtet hatte. Zum anderen... der Franzose hatte mehr!
... und meine Verbündeten wollen irgendwie auch nicht, wenn man der Angreifer ist. Die einzigen die mitziehen sind... Lothringen, Flandern, Trier und Lüttich... die haben im Schnitt 2 Einheiten. Andere Nationen als Prellbock mit in den Krieg zerren läuft also auch nicht so simpel.

Nach 20 Jahren lavieren und hin und her und drauf und dran und drüber hatte ich tatsächlich 6 Provinzen erobert, incl. der Zielprovinz und der Isle der France. Guter Zeitpunkt um Freiden zu schliessen. Die Isle de France bringt immerhin 30k Steuern im Jahr.
Fehlschluss. Die Isle de France als Hauptprovinz ist nicht anwählbar im Vertragsscreen. Nun gut. Nehmen wir halt alle anderen. HA! Meine ganzen unnützen Verbündeten haben mich Diplomatiepunkte gekostet. Diplomatiepunkte muss man bezahlen um Verträge abzuschliessen. Für alles ausser einem weissen Frieden, was ein simpler Waffenstillstand ist, hats nicht mehr gereicht und damit fliegt man aus allen besetzten Provinzen wieder raus. Inzwischen ist mir klar warum soviele gekrönte Häupter dem Wahnsinn verfallen sind .-D

Neu geladen und Kanonen gebaut, Anführer angeworben um die Belagerungen zu beschleunigen, diplomatische Beziehungen im Rahmen gehalten um diplomatische Punkte zu sparen, Truppen auf 4x 30 aufgestockt, "Calais heim ins Reich hol mission" ausgewählt. Und auf. 5 Jahre Krieg. Friedensverhandlung. Calais und 4 Provinzen erstritten. Jubel!

Frieden. Was ich unterschätzt hatte, war der Kriegsmüdigkeitsmodifikator, der Rebellion begünstigt. Soviele Truppen findet man gar nicht um die ganzen Bauern, Häretiker und Sozialkritiker ans Kreuz zu nageln. Und als wär das nicht genug, proben die ins Reich heimgeholten, jahrhundertelang von den Franzosen unterdrückten Einwohner der Gascogne, Calais und der Normandie den Aufstand und wollen unbedingt von den grade England pazifierenden Armeen niedergehalten werden...

Wo sind die ganzen "wir stehen treu zum Königbubn" wie sie in den Robin Hood Filmen immer ihren Richard ausm Knast freikaufen ... England :cry: Zumindest Schottland und fast ganz Irland sind inzwischen englisch.

Aber es spielt sich nett. .-D Jedes Jahr lernt man was neues. :D
Mal schauen, wie das mit Covs Methode der diplomatischen Übernahme funktioniert. Staatsehen bringen bisher nichts. Vasallen kreieren dauert recht lang, weil ich bisher keinen Weg gefunden habe die geforderten 190 gute Beziehungen hinzukriegen, egal wie lang der Diplomat da rumkratzt. Vermutlich hätte ich weniger agressiv gegen Schottland und Restirland vorgehen sollen. Aus irgendeinem Grund vertrauen mir die Anreinerstaaten nicht mehr so recht... -D

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Re: Europa Universalis IV

Post by Cov » Tue Sep 03, 2013 9:48 am

Zmokey wrote:Einen ganzen Tag lang krieg mit Frankreich geführt.
Der computer hat ein relativ einfaches vorgehen: er baut einen "hunter-stack" der vor allem die Aufgabe hat deine Armeen anzugreifen, dazu noch eine handvoll kleinere Armeen zum belagern. Kann man entweder dadurch aergern, indem man den hunter-stack mit einer kleinen Armee lockt und dann dauern davon läuft, während man selber Provinzen einnimmt. Oder man baut einen größere Armee und vernichtet diesen hunter-stack, inkl. nachsetzen, also wirklich vernichten / auflösen.
(beim kompletten vernichten geht ein teil der manpower wieder in den pool zurück, aber zumindest muss der gegner die regimente wieder erneut bauen.
Ich schaue auch regelmäßig nach den Armeestärken bzw wieviel manpower reserve ein Gegner noch hat. Geht über die Übersichten im 'ledger'.
Für alles ausser einem weissen Frieden, was ein simpler Waffenstillstand ist, hats nicht mehr gereicht und damit fliegt man aus allen besetzten Provinzen wieder raus. Inzwischen ist mir klar warum soviele gekrönte Häupter dem Wahnsinn verfallen sind .-D
jau, gibt einiges zu beachten und im zweiten mal weiss man vieles besser. Was stellst du mit deinen diplomatiepunkten sonst so an? wichtig: nur in ausnahmefällen sein limit an diplomatischen beziehungen überziehen (sieht man in seinem eigenen diplomatie-screen). eine beziehung geht immer zu einem land, das geht schon bei einer einfache genehmigung durchziehen zu duerfen, enthält ehen, aliianzen, vassallen. ist man über dem limit wird das von den monatlichen diplomatiepunkte abgezogen.
Frieden. Was ich unterschätzt hatte, war der Kriegsmüdigkeitsmodifikator, der Rebellion begünstigt. Soviele Truppen findet man gar nicht um die ganzen Bauern, Häretiker und Sozialkritiker ans Kreuz zu nageln.
Fremde Kulturen, Overextension, andere Relogionen (freu dich schonmal auf die Reformation) machen das nicht besser. mehr als 100% overextension unbedingt vermeiden. Deswegen ist das direkte einnehmen von Provinzen langfristig gar nicht so gut. Die 'core-time' wird immer länger (gerade bei wirtschaftlich starken provinzen), kostet admin-punkte. was ich versuche ist meist sowas: kleine Nationen erstmal zum vassallen machen, dann später eingliedern und man bekommt sofort überall cores, keine overextension und deutlich weniger aggressive expansion mit den nachbarn.
Wenns eine großer Gegner war dann staaten in die unabhängig entlassen. die haben danach eine hohe meinung (achtung man garantiert 5 jahre die unabhängigkeit, was eine diplomatische beziehung kostet). und man kann sie recht gut als vassal gewinnen.
Mal schauen, wie das mit Covs Methode der diplomatischen Übernahme funktioniert. Staatsehen bringen bisher nichts. Vasallen kreieren dauert recht lang, weil ich bisher keinen Weg gefunden habe die geforderten 190 gute Beziehungen hinzukriegen, egal wie lang der Diplomat da rumkratzt. Vermutlich hätte ich weniger agressiv gegen Schottland und Restirland vorgehen sollen. Aus irgendeinem Grund vertrauen mir die Anreinerstaaten nicht mehr so recht... -D
die 190 sind nicht so schwierig: 100 gibts ueber improve relations vom diplomaten (bei vassalen/personal unions bis 200), 50 für eine allianz, 25 für eine hochzeit, 15 für ein geldgeschenk, 25 fuer den gleichen rivalen/gegner, gleiche religion, hat-mich-in-unabhängigkeit-entlassen, hat-meinen-allianz-hilferuf-wahrgenommen ...)
Ist ein Land erstmal Vassal, darf es auch größer als 3 provinzen sein zum eingliedern. Das kann man aktuell noch ausnutzen um kernprovinzen zu erzeugen: einfach die selbst eroberten provinzen an seinen vassallen verkaufen, später eingliedern und man hat die provinz als kern, ohne die kosten dafür zahlen zu müssen.

die ehen bringen schon was, vor allem kostet es eine ganze menge wenn man jemand angreift mit dem man vorher eine ehe geschlossen hat. auch den computer. der wird einen nie direkt angreifen, egal wie genervt der gerade ist. ich hab es einmal erlebt, dass ohne weteres zutun eine personalunion entstanden ist. notfalls kann man die aber kriegerisch erzwingen. und ist die einzige chance einen größeren gegner "zu übernehmen", auch wenn das 50 jahre dauert bis man eine personal union angliedern kann.

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Re: Europa Universalis IV

Post by Zmokey » Tue Sep 03, 2013 1:59 pm

Hmhm. Die Hunterstacktheorie stimmt soweit, nur baut der Franzose 3-4 jeweils 20+ Einheiten stark. Ich hab keine Ahnung wie er das finanziert, mein Staatshaushalt geht schon flöten, wenn ich 2 20er Stacks habe. Dazu kommt das er 1 Militärtechstufe über mir ist, was bei Gefechten die mit gleicher Moral beginnen, jedesmal ihn bevorteiligt. Im Moment treibt er mich vom Kontinent damit. 8x geladen und über Diplomatie versucht ihn einzuschränken, aber ich vermute er ist inzwischen einfach zu groß und hat sich zusätzlich mit Dänemark verbündet, das derweil komplett Skandianvien zum Danelaw gemacht hat. Die einzigen Verbündeten die mir zu Hilfe eilen, sind die tapferen Bretonen, mit einem 4er Stack, ... candle in the wind. Und Franzosen sind gut im ... pusten :oops:

Diplomatiepunkte vertue ich im Moment im 2.Ideenfenster auf Diplomatische Idee - Entdeckerideen, ich wollt mal gucken ob ich in Amerika einen Fuss in die Tür kriege, bevor der Franzose da aufschlägt und mir ein finanzielles Polster hole um ihn dann vom Kontinent zu fegen.

Ich bin noch am grübeln, ob es beim Techtree mehr Sinn macht einfach die Stufen zu füllen, oder tatsächlich in Ideen zu investieren. Ich hab bisher Adminpoints in Wirtschaftsideen investiert, was grundsätzlich erstmal gut klang aber noch keinen großen Impact hatte.
Militärpunkte hab ich vermutlich zuviele mit den Revolten und der "harschen Behandlung" verschwendet. Es war zwar Ruhe aber die kostet mich nun. Zu der ganzen Ideenproblematik und dem Techtree muss ich nochmal ein bissl was lesen.

Ich überleg grade nochmal komplett anzufangen und die Berater nach -x % auf Techkosten auszuwählen. Beim Militär wäre zumindest die ersten 100 Jahre nix anderes nötig, wenn ich mich entweder komplett zurückziehe vom Kontinent und Frankreich Stück für Stück die englischen Besitzungen verkaufe und mit dem Geld erstmal die Insel hochrüste. Schottland und Irland werden, in der Hoffnung auf mögliche Fälle herschaftlicher Impotenz, mal diplomatisch umgarnt ansatt mit Hellebarden.

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Re: Europa Universalis IV

Post by Cov » Tue Sep 03, 2013 3:41 pm

Gut, da fehlt mir auch die Erfahrung als Engländer. Der 100jährige Krieg am Anfang ist wohl ziemlich kniffelig. Eventuell ists besser sich einfach komplett vom Festland zurückzuziehen (lass die halt isoliert sein), dafuer Schottland und Irland zu befrieden und dann ins Kolonialisierungsspiel gegen Portugal und Spanien einzusteigen. Zwischendrin fällt Burgundy wohl gerne mal dem Österreicher in den Schoss und über kurz oder lang wird Frankreich in einen Konflikt mit dem Heiligen Römischen Reich geraten. Während du mit deinen Schiffen doch vor allem geschützt bist.

die Monarchpoints sind als Engländer mit deinem 0/0/0 Heinz wohl sehr aergerlich. Als Sachse ging es halbwegs. Lucky Nations (notfalls ausstellen wenn es dich zu sehr nervt) wie Frankreich haben dafuer dauernd 5/5/5 Götter.
Aus meiner Sachsenerfahrung (auch western tech group) hat man nach paar Jahren schnell zuviele Punkte (geraed Militär), sobald man extra-Strafen für zu frühe Techs zahlen muss, braucht man irgendwas zu verbraten. Was gut aufgefangen ist für mich: abwechselnd eine Adm/Dip und eine Mil Idee zu nehmen. Anfangs schnell Ideen durchzuprügeln kann sich auszahlen, man erhält ja pro 3 Ideen nochmal einen nationen-abhängigen Bonus. Zum Kriege führen (auch/besonders offensiv) ist übrigens "defensive ideas" super, da verbirgt sich das unauffällige -50% attrition (wenn ich mich nicht voellig irre, offensive ideas ist auch nett, wegen dem endbonus "forced march"). dann kann man selber auch mit 50-100er stacks rumlaufen ohne das dauernd soldaten verhungern (und gleichzeitig den Gegner ins Land winken, ihm davon laufen, und er frisst seine manpower selber auf).

Militär habe ich versucht immer aktuell zu halten, bei ADM oder DIP kann man auch mal paar Stufen aussetzen. Gerade wenns ans entdecken/kolonisieren geht.

Ansonsten habe ich die Punkte lieber in Gebaeude gesteckt, auch wenn die sehr lange dauern bis sie sich lohnen (Tempel ohne modifikatore erst nach 50 Jahren). Aber gerade die tradepower wirkt doppelt: einmal auf deinen Produktionswert und zum anderen auf das Gold was in dem Handelsknoten erzeugt wird und wieviel Macht man dort hat.


Ich hab uebrigens immer im ironman modus gespielt. Da muss man auch mal mit Niederlagen leben. Das schöne: damit ist das Spiel nicht zu ende, auch der Computer will/kann nicht gleich zig Provinzen uebernehmen.

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